|
Schwarzer Tee, eine der wichtigsten Teesorten überhaupt, besteht aus den getrockneten Blättern des Teestrauchs, auch als Camellia Simensis bekannt. Der kann bis zu 15 m hoch werden. Traditionellerweise kommt die Pflanze vor allem in China, Indonesien und Sri Lanka vor.
Die ersten Hinweise auf den Teestrauch der Camellia Simensis tauchen schon 2.700 v. Chr. in chinesischer Literatur auf. Erst 4.300 Jahre später, nämlich ca. 1.600 n. Chr. kam der Tee ganz allgemein über den Seeweg nach Europa. Schwarztee hingegen konnte zunächst nicht verschifft werden, weil er dadurch wertlos wurde. Dies gelang erst vor 200 Jahren. Eine Unterscheidung ist ganz wesentlich: Nämlich die zwischen orthodox hergestelltem, d.h. per Hand geplücktem, Schwarztee und so genannten Broken Tees aus der CTC-Herstellung, die maschinell geplückt und anschließend zerkleinert werden. Nur die orthodoxe Methode garantiert gute Blattees. Das frische Teeblatt wird zunächst ca. 12 Stunden dem Welkverfahren unterzogen. Dabei befinden sich die Blätter bei ca. 26°C auf speziell belüfteten Welktischen. Während dieses Vorgangs verliert das Blatt bis zu 30% seiner Feuchtigkeit und gewinnt an Geschmeidigkeit. Anschließend werden die Teeblätter unter vorsichtigem Druck gerollt. Dies passiert normalerweise maschinell und dauert ca. 30 Minuten. Der Vorgang hat zum Ziel, die Säfte der Blattzellen zu lösen, dabei werden die Blätter leicht zerrissen. Im “Ballbreaker” werden die Blätter nun geschüttelt und dabei wird eine erste Absiebung gewonnen, die von den jüngsten Blättern stammt. Die gröberen Reste werden erneut durch die Rollmaschine geführt. Insgesamt geschieht dieser Vorgang drei Mal. Die drei unterschiedlichen Absiebungen werden dann bis zu 120 Minuten fermentiert. Dafür ist die hohe Luftfeuchtigkeit von 95% entscheidend. Zum Abschluss seiner Reise durch die Teefabrik wird der Tee schließlich per Heißluft getrocknet. Inhaltsstoffe von Schwarzem Tee Schwarzer Tee ist vor allem durch seine kräftigen Geschmack und die vielfältigen Möglichkeiten der Aromatisierung beliebt. Allerdings enthält er durch den Oxidationsvorgang weniger Vitamine. Der Koffein- und Gerbstoffgehalt ist ebenso um ein Drittel niedriger als bei grünem Tee, die Wirkung ist jedoch etwas intensiver. Weil die Vitamine im Schwarztee fehlen, galt diese Teesorte lange nicht als Bestandteil einer gesunden Ernährung. Heutzutage ist jedoch bekannt, dass der Inhaltsstoff Polyphenon (Catechine und Flavenole) positiv auf das Nervensystem wirkt. Außerdem hat der TeeEinfluss auf Stress, indem er den Blutdruck und die Konzentration des entsprechenden Hormons Kortisol senkt. Folgende Stoffe wurden von Biochemikern im Schwarztee nachgewiesen Alkaloide, offein und Adenin (ca. 20 bis 50 mg je 150 ml), heophyllin, Gerbstoffe,Ätherische Öle, Mineralien und Spurenelemente: Mangan, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Phosphat, Fluor, Vitamine: B1, B2, Pantothensäure. Das Koffein im Schwarztee wird wegen der Fermentierung langsamer vom Körper verarbeitet und wirkt intensiver. Schwarztee stimuliert das zentrale Nervensystem und fördert die Konzentrations- sowie die Reaktionsfähigkeit. Das Koffein ist außerdem an Gerbstoffe gebunden, die erst im Darm gelöst werden. Diese Gerbstoffe sind zu 8 bis 20% im Tee enthalten. Sie wirken beruhigend und stablisierend auf den Magen- und Darmtrakt, schützen vor Bakterien und bakteriell verursachtem Durchfall. Daneben enthält Tee Spuren ätherischer Öle, die den Geschmack ausmachen. Kalium aktiviert Enzyme. Mangan senkt den Blutzucker-Spiegel. Das Theophyllin und das Theobromin wirken entwässernd und regen das Zentral-Nerven-System an. Außerdem ist nachgewiesen, dass Tee den Cholesterinspiegel senkt. Einen positiven Effekt soll Schwarztee auf die Zahngesundheit haben: Karies auslösende Bakterien sollen bei regelmäßigem Schwarzteegenuss durch das im Tee enthaltene Fluor verschwinden, ergab eine Studie der University of Illinois. Wird der Tee mit Milch getrunken, werden die gesundheitsfördernden Wirkungen verringert, so besagt es eine Studie der Berliner Charite. |