Licht durch Plastik leiten - ein Konzept mit Zukunft

Während in den meisten aktuellen optischen Systeme die bekannten Glasfasern als Lichtwellenleiter eingesetzt werden, erfreuen sich auch optische Polymerfasern (abgekürzt als POF, aus dem Englischen für Polymer Optical Fibre) zunehmender Beliebtheit, insbesondere in der Kurzstreckenübertragung (beispielsweise innerhalb von Automobilen oder Sondermaschinen).

Für den Betrieb von weitreichenden Netzen sind sie dagegen weniger geeignet, da die maximale Länge der Übertragung durch die Dämpfung auf 100-120m beschränkt wird, und somit nur Anwendungen in Frage kommen, bei der kürzere Strecken zu überbrücken sind. Auch ist die maximale Einsatztemperatur der Fasern auf etwa 75˚C beschränkt, wobei man in der optischen Forschung aktuell bemüht ist, temperaturresistentere Fasern zu entwickeln.
 
Optische Polymerfasern bestehen aus einem Kern aus Plexiglas (auch als Acryglas bekannt), umgeben von einem dünnen Mantel. Wird Licht in die POF geleitet, kommt es zur sogenannten Totalreflexion, das Licht wird beim Auftreffen auf die Innenseite des Mantels also nicht gebrochen, sondern vollständig reflektiert. Die Dämpfung, d.h. die Verringerung der Amplitudenhöhe und damit der Signalverlust über die Streckenlänge, ist beim Einsatz von POF bei 450nm (blau), 520nm (grün) und 560nm (gelb) am geringsten, so dass sich insbesondere diese Farben aus dem sichtbaren Bereich (450nm bis 700nm) für die Datenübertragung eignen
 
Neben wissenschaftlichen POF-Anwendungen für Forschung und Lehre, wie sie beispielsweise von der HarzOptics GmbH entwickelt werden, eignet sich die Polymerfasern auch für die private Heimverkabelung – die hierfür notwendigen Medienkonverter, die ein Signal „POF-tauglich“ machen, werden in Deutschland unter anderem von der DieMount GmbH vertrieben.
 
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