Wirtschaftskrise und Kurzarbeitergeld

Die Ausgaben für das Kurzarbeitergeld sind in den letzten Monaten regelrecht explodiert, und haben sich gegenüber der Vergangenheit vervielfacht. Hält der derzeitige Trend an – und im Moment gibt es wenige Gründe, die für eine rasche Trendwende sprechen – dann wird die BA (Bundesagentur für Arbeit) mit Jahresende ein massives Defizit von annähernd 14 Milliarden Euro haben. Und wenn sich bis zum Ende des Jahres 2010 nichts Grundlegendes ändert, dann wird sich der Schuldenstand der BA sogar auf 17 Milliarden Euro erhöhen.

Grund für diese massiven Verluste sind – neben der wirtschaftlich extrem schlechten Situation – auch die Zahlungen an Kurzarbeitergeld, die die BA derzeit leistet: Zur Zeit sind ca. eine Million Menschen berechtigt Kurzarbeitergeld zu empfangen, in einigen Monaten sollen es sogar 1,5 Millionen sein.

Stellt man sich die Frage, ob diese Zahlungen tatsächlich sinnvoll sind oder ob die Ausgaben für Kurzarbeitergeld den deutschen Staat nicht massiv belasten, muss man bedenken, dass der Staat bzw. die BA in jedem Fall zur Zahlung von Arbeitslosengeld verpflichtet wären, sobald Arbeitnehmer ohne Erwerbsarbeit sind. Da auch die Zahlung von Arbeitslosengeld teuer ist und zudem hohe Arbeitslosenzahlen verheerende psychologische Auswirkung haben, ist die Auszahlung von Kurzarbeitergeld immer noch das geringere Übel. Da außerdem Bezieher von Kurzarbeitergeld im Prinzip mehr Geld zur Verfügung haben als Arbeitslose, können sie den privaten Konsum deutlich besser stützen. Kurzarbeitergeld ist also eine wesentliche und direkte Hilfe für die angeschlagene Konjunktur.

 

 
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